Wir stiegen also morgens frueh in Belgrad in den Zug, der erstaunlilch leer war. Leider befanden wir uns im falschen Abteil und wurden in ein anderen Wagon Geschickt. Dort wurden wir dann von einem Schaffner angeschrien, waas uns einfallen wuerde einfach in seinen Wagon zu kommen und eine Abteiltuer aufzumachen. Im dritten Wagon sagte der Schaffner uns lediglich, dass er nicht wisse, ob wir hier richtig sind. Also blieben wir einfach. Nach 12 Stunden oder so kamen wir dann in Sofia an und freuten und schon auf eine einstuendige Pause, die wir fuer die Zubereitung unseres Abendessens nutzen wollten. Leider haben wir dabei die Zeitverschiebung nicht beachtet :( laut Plan sollte der Zug also in 20 min fahren - keine Zeit zum kochen. Da wir aber nach einer knappen Stunde immer noch am Gleis standen und auf einen defekten Zugteil (der gar nicht kam und unsere Reservierung enthielt) und unsere Lok warteten, beschlossen wir dann schliesslich doch noch zu kochen. Leider kam die Lok gerade dann, als wir die Nudeln ins Wasser gaben. Sie wurde dann von einem Menschen mit ueberdimensional grossem Hammer an den Wagons befestigt (was uns spaeter noch zum Verhaengnis werden sollte). Wir nutzten jede Minute, um ja unsere Nudeln gar zu kriegen, der Schaffner setzte uns aber mit den Worten 'No fire on the train!!!' unter Druck. Schliesslich mussten wir aufgeben und stellten den noch warmen Kochtopf in den Zug in der Hoffnung die Nudeln wuerden noch irgendwie gar werden. Eine viertel Stunde waren sie kmplett verkocht, aber der Schaffner weg. Klammheimlich machten wir dann doch 'fire on the train' und bereiteten ein Sosse aus undefinierbarem Milchprodukt und Zuchini und Knoblauch und Zwiebln und einem Schuss saurer Milch zu. Dabei wurden wir zur Touristenattraktion, man beachtete uns mehr als den Sonnenuntergang. Schliesslich hatten wir es dann geschafft. gerade rechtzeitig bevor der Schaffner wieder kam und uns unterstellte es wurde nach Gas riechen, schade, dass wir gar nicht mit Gas gekocht hatten! Wir zwangen das essen in uns hinein bis wir satt waren und hatten dann leider immer noch eine gute Portion uebrig. Die Erloesung kam in Form eines hungrigen Franzosen, bei dem wir dann spaeter auch im Abteil sassen. (austauschsweise fuer unsere nicht vorhandene Reservierung) Wir kamen ganz gut voran, bis wir ploetzlich in the middle of nowhere stehen blieben (fuer 2 Stunden). Es stellte sich heraus, dass der Mann mit dem grossen Hammer die Lok zu gruendlich befestigt hatte und sie sich nicht mehr entfernen liess, dabei sollte doch der Zug umdrehen. Wir streunten also in der Wildnis der Bahnhofes herum und stiessen dabei auf zwei interrailende Deutsche Jungs aus Muenschen. Wir sassen dann noch ein paar Stunden bei ihnen und wollten dann von unserer Reservierung profitieren und uns ins Bett legen. Leider hatten inzwischen zwei Franzosen unsere Betten eingenommen, die Schweine!!!! Verzweifelt schliefen wir also auf freien Sitzen und Boden. Zum Glueck tuachte dann eine halbe Stunde spaeter unsere urspruengliche Reservierung doch noch auf (in Form eines Ersatzwagens), sodass wir uns uebergluecklich in unsre Schlafquartiere zurueckzogen. Zwei Stunden spaeter wurden wir leider wegen der Passkontrolle wieder geweckt. Am Schalter des tuerkischen Bahnhofs grinste uns ein junger tuerkischer Polizist belustigt an mit den Worten: 'Welcome to Turkey'. Nun dachten wir haben wir es hinter uns und koennen endlich schlafen. Doch Trugschluss! De Schaffner in diesem Wagon wollten unsre Reservierung sehen, die uns dummerweise ein anderer Schaffner bereits weggenommen hat. Leider konnte es sich nicht daran erinnern und keine sprach Englisch. Wir machten das ganze dann so kompliziert, dass die Schaffner schliesslich aufgaben uns in frieden schlafen liessen (zum grossen Glueck fuer den Franzosen in unserem Abteil, der offensichtlicherweise gar keine Reservierung hatte). Irgendwann kamen wir dann mit 4 Stunden Verspaetung in Istanbul an. WELCOME TO TURKEY!!!!
Wir hatten am Abend vorher festgestellt, dass wir im Hostel direkt neben den Muenschenern waren, sodass wir uns vom Bahnhof gemeinsam auf den Weg machten ('Ich war als Kind schonmal hier, ich kenne mich hier aus, ich weiss, wie wir zum Hostel kommen!'). Zwar informierte uns der eine Deutsche schon ueber die leicht zweifelhafte Orientierung des selbsternannten 'Guides', wir kannten ihn aber noch nicht lange genug, um den Wahrheitsgehalt dieser Aussage abschaetzen zu koennen. Treudoof rannten wir also hinterher. Fuer den Weg, der uns spaeter 15min kostete, brauchten wir 45min. Dafuer war das Glueck ueber eine Dusche und frische Klamotten umso groesser. Ausserdem erfuhren wir beim Check-in im Hostel, dass wir ein Fruehstuecksbuffet hatten. Yeah!
Wir trafen uns spaeter nochmal mit den Deutschen und erkundeten die naechsten drei Tage gemeinsam Istanbul, es stellte sich sogar heraus, dass wir mit dem gleichen Zug wieder abfuhren (zumindest bis ueber die bulgarische Grenze). Istanbul ist bisher unsere Lieblingsstadt! Die Moscheen sind wunderschoen und die Atmosphaere nach Sonnenuntergang dank Ramadan unbeschreiblich. Wir verschmerzten sogar knapp 6 Euro Eintritt in den Topkapi Palast, hat sich aber gelohnt! Einen Hamam allerdings goennten wir uns dann doch nicht (19Euro blosser Eintritt, ohne Seife oder so! Pff! Und das war noch das billigste!), in Budapest soll es schliesslich auch schoene Baeder geben!
Nach drei aufregenden Tagen Istanbul nahmen wir also den Nachtzug nach Bukarest. Unser Schlafwagen stand wie bestellt am Bahnhof, schonmal eine Erleichterung. In unserem Abteil war ausserdem nurnoch eine nette Franzoesin, die auf halber Strecke ausstieg. Wir sassen noch ein wenig mit den Deutschen und unterhielten uns, dann gingen wir friedlich bis zur Grenze schlafen. Alles verlief dort relativ unkompliziert, wenn auch relativ langwierig. Danach schliefen wir selig bis in den Nachmittag hinein. Letzten Endes kamen wir mit 2 1/4 Stunden Verspaetung an, aber WAS fuer eine Zugfahrt. Wir koennen unser Glueck eigentlich noch immer nicht fassen, keine Antifa, kein kaputter Zug, kein Fehlender Wagon... Wow!
In Bucarest schlemmten wir dann einen Greek Salad von McDonalds, waehrend wir auf unseren Anschlusszug warteten. Auch die Fahrt nach Timisoara (oder im Deutschen Timiswar) verlief relativ ungestoert, wenn man von einem leicht aggressiven und laut atmenden Mann in unserem Abteil absah, der gelegentlich etwas Laerm gemacht hat. Aber verglichen mit der Montenegrischen Antifa eigentlich nicht der Rede wert. Wir hatten sogar (zum 1. Mal) eine Klimaanlage!!!!!!!!! Unfassbar.
Jetzt sind wir auf jeden Fall in Timisoara auf einem Campingplatz untergekommen, der guenstig und nett ist (rosa Klopapier und die Duschkoepfe sehen aus wie pinke Nilpferde, die Wasser spucken!), heute Abend gibt es lecker Ratatouille mit Nudeln und Rotwein. Namnam!
Morgen geht es dann weiter nach Budapest, da bleiben wir 2 Naechte in einem guenstigen Hostel, dann nach Krakau 1 Nacht, dann nach Poznan 1 Nacht und dann auch schon wieder nach hause! So schnell vergeht die Zeit...
Bis bald (vielleicht sogar richtig 'in person'?)
Annella
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen